Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk

45,00 kn

ISBN

3498091794

Nakladnik

Godina izdanja

1976

Broj stranica

733

Dimenzije

125mm x 210mm

Uvez

tvrdi

Opis

Vermutlich lieh Hašek den Namen seines braven Soldaten bei einem Reichsratsabgeordneten der tschechischen Bauernpartei (Agrarier) aus, der Josef Švejk hieß und dafür bekannt war, immer mit der Regierungspartei zu stimmen und in seinen seltenen Wortmeldungen meist Unsinn von sich zu geben. Auf diesen Abgeordneten soll die damals populäre Redensart „Pan Švejk – něco žvejk« (etwa: »Herr Schwejk sprach eben – wieder mal daneben“) gemünzt gewesen sein.

Inhaltlich hat die literarische Figur Josef Schwejk aber nichts mit dem vermutlich namensgebenden Abgeordneten zu tun. Möglicherweise kam Hašek die Idee für den braven Soldaten Schwejk durch die Lektüre einer Geschichte, die 1905 in der auch in Prag erhältlichen und von Hašek viel gelesenen deutschen satirischen Wochenzeitschrift Simplicissimus erschien und in tschechischer Übersetzung in der sozialdemokratischen Prager Tageszeitung Právo lídu nachgedruckt wurde.

Es gibt vier Ausführungen der Figur, die sich über verschiedene Veröffentlichungen hinweg wandelte:

Die Theaterstücke: Die Figur namens Švejk erscheint erstmals in dem im April 1911 uraufgeführten Stück U bratří Makabejských (»Bei den makkabäischen Brüdern«), das Hašek zusammen mit František Langer und weiteren Mitstreitern von der satirischen Partei für gemäßigten Fortschritt in den Schranken der Gesetze nach einer Idee seines Freundes Eduard Drobílek geschrieben hatte. Im selben Umfeld wurden weitere Stücke entwickelt und aufgeführt, in denen eine Figur Švejk vorgekommen sein soll, insbesondere in der Trilogie Pevnost, Pružnost, Tažnost (etwa: »Stabilität, Biegsamkeit, Dehnbarkeit«).
Die Kurzgeschichten: Ab Mai 1911 erschienen die ersten Kurzgeschichten mit Schwejk in der Zeitschrift Karikatury. Ein erster Sammelband erschien als Der brave Soldat Schwejk und andere merkwürdige Geschichten in Prag 1912. In Deutschland wird dieser Band auch Urschwejk genannt.
Die Erzählung: Eine lange Zeit wenig beachtete Vorform des Schwejk-Romans erschien, als Hašek im Dienst der Tschechischen Legion stand: Der brave Soldat Schwejk in der Gefangenschaft, Kiew 1917.
Der Roman: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk / Die Abenteuer des guten Soldaten Svejk im Weltkrieg, Prag 1921−23.

Eingang in die Weltliteratur fand die Schwejk-Figur des ab 1921 veröffentlichten Romans. Sie ist komplexer als ihre Vorgänger und enthält viel Autobiographisches, vor allem Erlebnisse Hašeks als Soldat im Ersten Weltkrieg: anfänglich als Einjährig-Freiwilliger im k.u.k. 91. Infanterie-Regiment in Budweis, das bald nach Bruck an der Leitha verlegt wurde, „wo Hašek die meisten Gestalten seines einzigen Romans kennenlernte. So gab es dort, wie später in seinem Buch, den Hauptmann Sagner, den Oberleutnant Rudolf Lukasch, den dienstführenden Feldwebel Wanek, den Major Wenzel usw. (in Wirklichkeit und in Hašeks Original Lukáš, Vaněk). Wie Erinnerungen von Zeitgenossen und spätere Forschungen zeigten, übernahm Hašek die Charakterzüge dieser Personen fast ohne Korrektur.“Einige Züge der Persönlichkeit Schwejks (wie etwa das exzessive Anekdotenerzählen) sind nach dem Offiziersdiener des Oberleutnants Lukáš, František Strašlipka, modelliert. Diese Position hat auch die Romanfigur Schwejk eine Weile lang inne.

Hašek, der während des Krieges zu den Russen übergelaufen war, begann Anfang 1921 mit der Arbeit am Roman, kurz nach seiner Rückkehr aus Simbirsk in Sowjetrussland, wo er in der politischen Abteilung der 5. Armee tätig gewesen war. Den ersten Teil schrieb er in Prag, zum Teil in Wirtshäusern, wo er den Gästen seine Entwürfe vorlas und sich von ihrem Urteil leiten ließ. Anfangs veröffentlichte Hašek den Schwejk in Form von Heften, die er gemeinsam mit seinem Freund A. Sauer selbst herausgab. Erst nach einem halben Jahr konnte er einen Verleger, Adolf Synek, finden. Im Herbst 1921 übersiedelte Hašek nach Lipnice, wo er bis zu seinem Tod am Schwejk arbeitete.